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2014-02-02

Holocaust Memorial Day






Zur Hintergrundsinformation: der Holocaust Memorial Day in der UK, oder auch der Internationale Gedenktag an die Oper das Holocaust, ist jährlich am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des KZs-Auschwitz-Birkenau.

Ein Tag, der auch von der Association for Jewish Refugees (AJR) begangen wird, einer Organisation, die Heute neben Öffentlichkeitsarbeit, sich vor allem um die Überlebenden zweiter und dritter Generation kümmert. ASF hat enge Verbindungen zu der AJR, unter anderem arbeitet auch eine der Freiwilligen dort. 

So kam es, dass wir wir am 28. alle runter nach London reisten zu einer von der AJR organisierten Andacht anlässlich dieses Gedenktages.

Auch wenn der Gottesdienst erst um 2 Uhr begann, fanden wir uns schon um 11 in der Belsize Square Synagogue ein. Im Morgen durften wir an einem Gespräch mit Augenzeugen Lilian und Herbert Levy teilhaben. Ein, wie immer, sehr bewegendes Erlebnis. Herberts Buch, Voices from the Past/ Stimmen aus der Vergangenheit findet man hier: x . 































Nach einer Mittagspause, ging es dann zur Andacht in der Synagoge, in welcher, umramt vom Gebet, Holocaust Überlebende, ihre Kinder und Enkelkinder ihre Geschichten erzählten. Nach der Andacht wurden dann noch "Light Refreshments" im Nebenraum angeboten. Saßen wir anfangs als Gruppe an einem Tisch, so wurden wir, als offensichtlich jünste Teilnehmer doch immer wieder von Neugierigen aufgesucht. Es wurde viel erzählt und viel gefragt und wir hatten das große Privileg an weiteren Geschichten teilhaben zu dürfen.




























Zum Abschluss des Abends übergaben wir unserem Friedensdienstkoordinator, Dan, in einer Synagoge ein von uns signiertes Holzschwert, ein Geschenk, welches eigentlich nur von Seminarteilnehmern verstanden werden kann, aber glücklicherweise, trotz und wegen seiner Unangemessenheit auf große Gegenliebe stieß. 

Dann musste Dan uns verlassen und wir zogen allein weiter zu Inspiral Lounge, am Camden Market zu einem entspannt-lustigem Abschluss des Abends.






2014-01-30

Contentment















































You weren't here last time I came rügt Winston verschmitzt in die erfreute Umarmung aus grüner, weicher Jacke mit Baskenmütze hinein. Winston, ist vermutlich unser ältester Guide und ohne Frage 'my favourite'.

Als wir mit der Schulklasse im Nebenraum stehen und die Gruppen für die Tour einteilen, sagt Paul auf die Frage mit wem ich mitgehen soll: mit Winston bekommst du den Telegraph, mit mir nur die Sun worauf ich lachen muss und ihm freundschaftlich einen Ellbogen in die Seite ramme.
Mit Winston gehe ich dann trotzdem mit, denn es stimmt schon, was Winston nicht weiß, weiß vermutlich keiner und außerdem macht es einfach am meisten Spaß.

Am Ende der Tour bringe ich die Gruppe allein zu ihrem Lunchroom zurück und höre, wie die etwa 13-jährigen Mädchen hinter mir hingerissen wispern wasn't he cute? he was SO cute!

Nach der Tour, bei der ich aus 'Fortbildungsgründen' mitgegangen bin und der anschließenden Tea Break mit den Guides, bin ich alleine im Büro. Stella ist auf einer Curriculums-Konferenz. 
Nach dem wir gestern aus 'Fortbildungsgründen' eine etwas verlängerte Mittagspause damit verbracht haben durch die Ausstellungen im Herbert zu wandern, muss ich heute dann doch endlich einmal ernsthaft arbeiten. 

Wie zu jedem Monatsende fiel mir vor kurzem voller Erschrecken ein, dass die Newsletter ja noch geschrieben werden muss.  Begleitet von Bronski Beat und den Resten von Bobs Süßigkeiten mache ich mich an die Arbeit.

In der heutigen Mittagspause diskutiere ich mit Maddy über Geschlechterrollen, die Einstellung der Anglikanischen Kirche zu Frauen und über Rape Culture. Gegen Abend kommt Stella zurück, voller Ideen und Begeisterung, erzählt viel, sagt du hättest mitkommen sollen, das wär' voll cool gewesen und wir spielt die Geschichte der Raupe Nimmersatt mit dem dazugehörigen Plüschtier nach, während ich vorlese.

Auf dem Nachhauseweg stoppe ich für einen Schwatz mit Adrian und komme nach Dewis, um meine beiden erkälteten Mitbewohner zusammen in der Küche anzufinden. Hilary auf den Treppenstufen, Maddy auf dem Fußboden und ich auf dem einsamen Stuhl, der einfach so in der Küche rumsteht.

Unser fast schon traditionelles Nach-der-Arbeit-in-der-Küche-sitzen, geht von da aus nahtlos in das fast genauso traditionelle Wie-war-dein-Tag-hast-du-das-schon-gehört-?-wollen-wir-demnächst-mal-wieder-zusammen-Brettspiele-spielen-? über.

Beim Abendessen unterhalte ich mich mit Hilary über glauben und nicht-glauben und darüber ob es einfacher ist, diesen Internship als Christ, oder als nicht-religiöser Mensch zu machen. Wir spülen ab und schlurfen in unsere Zimmer.

Beim offenen Fenster fällt der gelbe Schein der Lichterketten auf meinen Computerbildschirm. Mein Kopfkissen beschützt meinen Po vor der Kälte des Metallstuhles und ich fühle mich wohl.



2014-01-13

To hit the Ground running































Hallo, und wilkommen im neuen Jahr! dröhnt meine imaginäre Megaphon-Stimme.

Die titelgebende Redensart tauchte in letzter Zeit öfter mal auf und ging mir in der ganzen letzten Woche nicht mehr aus dem Kopf. Langwierige und aufwändige Nachforschungen (sprich: google) haben ergeben, dass man sich über den Ursprung des ganzen nicht so einig ist, deswegen nehme ich mir jetzt mal die Freiheit heraus ein eigenes Beispiel zu erfinden.

Nehmen wir also einen Falschirmspringer (zwar habe ich vom Fallschirmspringen keine Ahnung, aber das ignorieren wir kurz). Wenn er am Boden ankommt, oder -um dem Sprichwort gerecht zu werden- "aufschlägt", kann, nein, darf er nicht einfach stehen bleiben, sondern muss rennen, um den Sturz abzufangen. Der Sturz ist überstanden, der Falschirm ist aufgegangen und man hat sich beim Landen nicht auf einem Baum aufgespießt. Alles gut also. Aber trotzdem rennt man jetzt noch, muss es sogar und -jedenfalls stellen wir uns das jetzt so vor- muss es auch noch eine ganze Weile weiter tun.

Etwa so ähnlich fühlte sich diese Woche an. Krabbum, so, wie der Boden der auf den Fallschirmspringer zu kommt -ich mag dieses Beispiel wirklich sehr- so plötzlich war sie auf einmal da, die Arbeit. Die Landung verlief zwar gut, aber viel war es trotzdem und von da an hieß es rennen, rennen, rennen. Das jetzt sogar oft nicht nur bildlich.

Das erste "Großereignis" war ein russisches Filmteam, dass sich kurzfristig anmeldete und von mir betreut werden sollte. Dem (sehr netten) Filmteam folgten dann in schneller Abfolge die Ankunft wichtiger Nagelkreuzmenschen, der CCN Cluster und die Ankunft einer deutschen Nagelkreuzgruppe.
Alles von mit zu 90% im Alleingang organisiert, durchgeführt und betreut Samstag und lange Abende eingeschlossen.


Um so schöner ist, dass alles sehr gut gelaufen ist, der Cluster gut ankam und die Besuche nett und angenehm waren. 

To hit the ground running heißt im übertragenen Sinne übrigens so viel wie flott und erfogreich an einer neuen Aufgabe zu arbeiten.



Und es sollte vielleicht erwähnt werden, dass zum "Pflug-Gottesdienst" Traktoren um und IN der Kathedrale erlebt werden durften -immer mal was Neues...