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2014-03-08

Lass uns über das Wetter reden













Draußen ist es warm. Die Luft schmeckt nach Sonnenstrahlen und warmen Tagen. Einige wenige Hoffnungsvolle tragen kurze Hosen. Eine davon bin ich. Wer hätte gedacht, dass ich die kurzen Hosen, die ich bei meiner Ankunft resigniert nach ganz unten ins Regal gestopft habe, tatsächlich nochmal anziehen kann?

Sonnenstrahlen auf den Armen; wenn einen so etwas in einen Zustand der Ekstase versetzt, merkt man wohl, dass man schon eine Weile in England ist.

Gestern durften wir ausschlafen, obwohl Freitag war, da wir am Abend davor lange in den Abend hinein arbeiten mussten. In meiner Mittagspause saß ich in Lady Herberts Garden auf einer Bank. Die Beine ausgestreckt, halb in der Luft, ausgestattet mit Strick- und Zeichenzeug. Sogar planeten-zerstörende Erdbeeren für 2 Pfund durften neben mir auf der Bank platznehmen.

Diese eine Stunde im Park, umgeben von Krokussen und späten Schneeglöckchen, war vermutlich die beste Mittagspause, der vergangenen 6 Monate.
Es fühlt sich fast ein bisschen an, wie Ferien, oder, wie das Gefühl, was man bekam, wenn plötzlich die letzte Stunde ausfiel.


Frühlingssonne, bleib doch noch ein Weilchen.

2014-01-13

To hit the Ground running































Hallo, und wilkommen im neuen Jahr! dröhnt meine imaginäre Megaphon-Stimme.

Die titelgebende Redensart tauchte in letzter Zeit öfter mal auf und ging mir in der ganzen letzten Woche nicht mehr aus dem Kopf. Langwierige und aufwändige Nachforschungen (sprich: google) haben ergeben, dass man sich über den Ursprung des ganzen nicht so einig ist, deswegen nehme ich mir jetzt mal die Freiheit heraus ein eigenes Beispiel zu erfinden.

Nehmen wir also einen Falschirmspringer (zwar habe ich vom Fallschirmspringen keine Ahnung, aber das ignorieren wir kurz). Wenn er am Boden ankommt, oder -um dem Sprichwort gerecht zu werden- "aufschlägt", kann, nein, darf er nicht einfach stehen bleiben, sondern muss rennen, um den Sturz abzufangen. Der Sturz ist überstanden, der Falschirm ist aufgegangen und man hat sich beim Landen nicht auf einem Baum aufgespießt. Alles gut also. Aber trotzdem rennt man jetzt noch, muss es sogar und -jedenfalls stellen wir uns das jetzt so vor- muss es auch noch eine ganze Weile weiter tun.

Etwa so ähnlich fühlte sich diese Woche an. Krabbum, so, wie der Boden der auf den Fallschirmspringer zu kommt -ich mag dieses Beispiel wirklich sehr- so plötzlich war sie auf einmal da, die Arbeit. Die Landung verlief zwar gut, aber viel war es trotzdem und von da an hieß es rennen, rennen, rennen. Das jetzt sogar oft nicht nur bildlich.

Das erste "Großereignis" war ein russisches Filmteam, dass sich kurzfristig anmeldete und von mir betreut werden sollte. Dem (sehr netten) Filmteam folgten dann in schneller Abfolge die Ankunft wichtiger Nagelkreuzmenschen, der CCN Cluster und die Ankunft einer deutschen Nagelkreuzgruppe.
Alles von mit zu 90% im Alleingang organisiert, durchgeführt und betreut Samstag und lange Abende eingeschlossen.


Um so schöner ist, dass alles sehr gut gelaufen ist, der Cluster gut ankam und die Besuche nett und angenehm waren. 

To hit the ground running heißt im übertragenen Sinne übrigens so viel wie flott und erfogreich an einer neuen Aufgabe zu arbeiten.



Und es sollte vielleicht erwähnt werden, dass zum "Pflug-Gottesdienst" Traktoren um und IN der Kathedrale erlebt werden durften -immer mal was Neues...




Prost Neujahr!






























Nun ja, ich bin vielleicht ein bisschen spät dran, aber pssscht tun wir so, als wären die Ferien gerade erst vorbei, ja? Danke.

Was ist denn alles so passiert in den Ferien? Eine Mama war da, ein Papa war da, Dewis wurde geputzt, man hat lecker eingekauft, gut gekocht und noch besser gegessen, oh und -nicht zu vergessen- Weihnachten und Neujahr gefeiert.

Die weihnachtliche Hälfte der Ferien ist hier ja schon gut dokumentiert, aber der Jahreswechsel soll doch zumindest ein kurz erwähnt werden. Ein neues Jahr. Ein neues spannendes Jahr liegt vor uns allen -für mich liegt etwa ein Drittle "meines" Jahres hinter mir und offensichtlich gibt es nichts Besseres, als auf ein mütterliches Weihnachten ein väterliches Silvester folgen zu lassen.

An den Wänden schlängelten sich farbenfrohe Luftschlangen und bunte Ballons wippten von Gardinenstangen. Der letzte Weihnachtswein kam dem Festessen zugute und zum Anstoßen gab es Rosé. Und so war es plötzlich das neue Jahr. Mit ein wenig Tanz und etwas Warten, ohne Dinner for One, aber mit Jools Holland, überraschender Weise ohne sichtbares Feuerwerk, dafür aber mit Mitternachtspaziergang um den Block und nicht weniger festlich, oder besonders.


Es freut mich sehr, dass ich diese Momente und diese Stadt mit meinen Eltern teilen durfte. Eure Schuhe sind auf meinem Kopfsteinpflaster gelaufen, eure Ohren haben das Knarzen meiner Dielen und die Gesänge der besoffenen Studenten gehört, eure Nasen meinen verbrannten Herd gerochen und die frische Coventryluft geschnuppert und eure Augen mein zu Hause gesehen. 
Ich habe mich sehr gefreut.

2013-12-25

Adventskalender 24: All überall auf den Tannenspitzen


















































Nun kann ich es endlich mit voller Berechtigung sage: fröhliche Weihnachten ihr Lieben!
Und was für ein Weihnachten. So schön, dass ich es mir erlabe, diesen letzten Tag meines "Adventskalenders" erst einen Tag später mit euch zu teilen, damit es mir möglich ist ihn euch in einem etwas mehr als nur halbwachen Zustand zu schildern.

Der Morgen des Heiligen Abends beginnt mit einem späten Frühstück und einer Busfahrt. Kenilworth' Spaziergehpotential soll erkundet werden. Die Burgruine ragt hoch in den blauen Himmel und ein rotes und ein dreckiges Paar Wanderschuhe stapfen in gemeinschaftlicher Stille durch das Gras.
In den Tälern der Wiesen hat sich durch die Regengüsse der letzten Tage ein richtiger See angesammelt und die Natur quietscht vor Nässe. Der Wind ist kalt, er vereist unsere Nasen und spielt mit den kahlen Ästen. Ein Rabe steigt laut rufend in die Luft.
In Coventry kann man die Natur schon vermissen.

Wir kommen nach Hause. Müde, wie wir sind, verschiebt sich alles noch ein bisschen nach hinten. Wer duscht schon, wenn man im Bett liegen kann? Doch irgendwann wird sich auch geduscht; es wird gekocht und der Tisch gedeckt. Man speist in Weißwein gekochten Reis mit Spinatcreme-Soße und fühlt sich ein seiner weihnachtlichen Aufmachung sehr fein. Dewis scheint in festlichem Glanz.

Vorsorglich sind wir eine Stunde früher für den 7 Uhr Gottesdienst in der Kathedrale. Die Engländer scheinen unsere Paranoia nicht zu teilen; der Großteil der Gemeinde taucht erst kurz vor Begin auf. Doch man will sich nicht beschweren. Wir ergattern einen guten Platz und haben noch Zeit für eine Kathedralführung, während welcher gewisse Interns mit ihrem Wissen angeben können und gewisse Mütter gebührend beeindruckt sind.

















































Der Gottesdienst ist vermutlich einer der schönsten, in dem ich bisher war. Ganz dunkel, nur mit Scheinwerferlicht und vielen, vielen Kerzen; mit feierlichen Chorinszenierungen, langen Prozessionen, der Weihnachtsgeschichte, viel Drama, langen Roben und natürlich, dem Bischof.

Es ist auch ein Moment um sich noch einmal wieder hier zu Hause zu fühlen. Hier, in dieser Kathedrale, die man sowieso in den ersten paar Wochen als die eigene adoptiert, und mit diesen Menschen. 
Überhaupt hat es doch auch etwas Surreales in der Heute besonders vollen Kathedrale zu sitzen und in der Gemeinde nur wenige bekannte Gesichter zu sehen, aber unter denen, die den Gottesdienst leiten dafür um so mehr. Hier ist Jenny, dort Angie, John, David, Joe, der Dean, David, David, Barbara, Geoffrey, Kerry...

Die warmen Worte des Abschieds und der Weihnachtswünsche folgen uns aus der Tür in die Dunkelheit.


Zum ersten Mal, bin ich diejenige, die die Weihnachtsbaumkerzen an Heiligabend entzündet. Ach nein, was für ein schöner Baum! Ach wie gemütlich! rufe ich in wahrer Weihnachten-bei-Hoppenstedts-Tradition immer wieder aus.

Es wird gesungen, es wird gelacht, es werden Plätzchen genascht und nach Köln telefoniert. Ein singender Hund starrt auf eine Kerze. Und natürlich werden auch Geschenke ausgepackt. Eine überwältigende Anzahl um genau zu sein.
Ich bin immer noch ganz gerührt von der Liebe und Bedachtheit, die in diesen wundervollen Geschenken und Karten von geliebten Verwandten und Freunden auf dieser und jener Seite des Ärmelkanal steckt.

Eine Nacht später, am Weihnachtstag, liegt ganz England still. Kein Geschäft hat geöffnet, kein Bus brummt und kein Zug zuckelt. Während Mama und ich durch das ungewohnt stille Coventry gehen und auch nachher noch, während ich mit einem Schoß voll Katze in Jennys Wohnung sitze, denke ich immer wieder: hier ist mein zu Hause und hier ist mein Herz und genauso sehr ist es auch bei den Menschen "drüben". Und dafür bin ich sehr dankbar.

Danke, an euch alle, die es mir erlauben an vielen Orten gleichzeitig zu Hause zu sein. Danke, an die mit denen ich Gestern gesprochen habe, danke an die, die mich mit einer Karte, oder einem Geschenk überrascht haben, danke an alle, die an mich gedacht haben.

Es hat mir viel Freude bereitet meine Weihnachtszeit mit euch zu teilen. Ich hoffe, ihr hattet ein frohes Fest, sofern ihr denn gefeiert habt und sende euch liebe Grüße aus einem mittlerweile wieder dunklem Coventry. Ich werde euch vermutlich erst im Neuen Jahr wieder sehen, (aber dann hoffentlich vergleichsweise regelmäßig) und wünsche euch somit also auch: einen guten Rutsch!

Man entschuldige die Rührseligkeit. Es ist Weihnachten.




2013-12-23

Adventskalender 23: Morgen Kinder...






























Alles wartet auf Weihnachten. Dewis quietscht vor Sauberkeit (danke, Mama!), überall ist es weihnachtlich geschmückt und die Vorrahtskammern sind voll.
Heute wurden die allerallerallerletzten Stunden im Büro verbracht und gewisse Mütter ein ganz kleines bisschen herumgeführt. Loriot wurde zu zweit gehört und Blumekohl mit Erdnussbutter gegessen. Der Baum steht. (und der Weihnachtsbaumständer kommt mit nach Deutschland, komme da was wolle).
Der Weihnachtsbaum ist geschmückt. Mein erster ganz eigener Weihnachtsbaum. Ganz alleine geschmückt. Ach, watt fühle ich mich groß.

2013-12-22

Adventskalender 22: Hänger















































Auschlafen! Ach was schön, das gab es schon länger nicht mehr, vor allem nicht mit der Aussicht jetzt für 2 Wochen nicht wieder zurück zur Arbeit zu müssen (naja außer Morgen noch einmal kurz, aber das geht hoffentlich schnell...).
Heute wurde fleißig in Coventry rumgelaufen, die Wunder der Markthalle erkundet, eingekauft, sich gewundert, was man an Weihnachten essen soll, Putzen und Aufräumen geplant, aber doch nicht durchgeführt, ein Spätnachmittagsschlaf gehalten und -weil es so schön ist-, Tatsächlich...Liebe geguckt.

Es ist schön, bewusst Zeit zu haben und sich Zeit nehmen zu können, Kerzen anzuzünden, lecker zu kochen und natürlich Mama da zu haben. 

Schön. Schön.

2013-12-21

Adventskalender 21: Ein Tag in Worten






























Frühes Aufstehen. Fast verschlafen. Katze füttern. Laufen, laufen. Alles Stille. Heimatlose, Fühaufsteher, Nicht-schlafen-könnende, Ladenbestitzer. Dunkel.
Zug. Zug. Landschaft. Nebel. Erstes Licht. Müde. Schlafen. Zug. Zug. Flug. Warten. Lesen. Warten. Uhrzeit. Warten. gespannt Warten. Mama!
Rennen. Bus. Rennen. Tube. Rennen. Kein Zug. Warten. Zug.
Zug. Zug. Da. Laufen. Straßenbegegnung. Dewis. Sofa. Essen. Kerzen. Katze. Anruf. Essen. Bett.

(Meine beste Freundin und ihre Mutter unter ihrer normalen zu-Hause-Nummer am Telefon zu haben, während meine Mutter auf dem Sofa gegenüber lag, war sowohl sehr nett, als auch extrem surreal.)

2013-12-17

Adventskalender 17: Christmas Party

mein Mini-Weihnachtsbaum bis "der Große" denn dann steht..































Eine Tradition, die für mich sehr Englisch erscheint, mir vielleicht aber auch 
jetzt, wo ich in einem Büro arbeite, erst auffällt, sind die ganzen "Büro Weihnachtsessen". Wir als Reconciliation Ministry Team hatten ja schon ein Dinner und dann war heute noch eine Feier im Bishofs Haus und das Essen des Schools Teams.
Ich habe tatsächlich die Einladung zum Bishof Haus abgesagt, um zur Feier des Schools Teams kommen zu können und bin auch ganz froh drum.

Ich liebe mein Büro. Unsere Tür steht immer offen und es gibt immer ein freundliches Gesicht, was beim Vorbeilaufen hereinlächelt, oder sogar einen kurzen Zwischenstop macht. Stella und ich haben uns mittlerweile sehr gut angefreunded und haben dann doch immer viel Spaß auf der Arbeit. 

Abgesehen von den produktiven Abenden, ist eine meiner Lieblingszeitpunkte im Büro jedoch, wenn die Guides da sind. Es gibt immer ein großes Hallo und viel Gewusel, Tee und Kekse. Ich kenne inzwischen jeden einzelnen gut und meine Rolle (wie ich selbst ja sowieso) schwankt immer zwischen frechem Kleinkind und irgendwie-doch-ganz-intelligentem Erwachsenem.

Ich bin also froh, dass ich das Christmas Dinner mit diesen Menschen verbringen durfte. Und St Marys Guildhall, wo unser Essen stattfand, ist als Ort auch nicht zu verachten.

Heute Abend wurden dann noch fleißig Tickets gebucht, ein Weihnachtsbaumständer gekauft und dann sich gemütlich bei Jenny niedergelassen mit Keksen, Couch und Katze.

2013-12-12

Adventskalender 12: Jack und der Weihnachtsbaum


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Glitzer,One Direction, flirtende Frauen, wobei eine davon im Kleid und die andere in hochhackigen Schuhen und shorten Shorts steckt und eigentlich der der männliche Mann der Handlung ist, , Männer in Drag, der Ruf Behind You!, dreckige Witze, zwei Schauspieler im Kuhkostüm, Feen, Kuchenschlachten und Schauspieler, die genau Wissen, wie lächerlich das ganz Unternehem ist -natürlich denkt man da sofort an das Panto von Jack and the Beanstalk.

Oder: "wir" Deutschen vielleicht nicht, aber in England -so durften Hilary und ich vor kurzem lernen- ist das Panto eine langepflegte Tradition.
Ein traditionell zur Weihnachtszeit aufgeführtes Stück mit bekanntem Inhalt und viele der typischen Elemente sind oben aufgezählt (naja bis auf vielleicht One Direction...).

Ich muss zugeben, ich war erst etwas zögerlich überhaupt zukommen, but boy am I glad I did! Es war langlanglanglang, aber ich in der Abendvorstellung noch mit Kindern gefüllt und definitv ein Erlebnis.
Oder wie Hilary auf dem Rückweg sagte: Es ist gut, dass wir gegangen sind. Sowas gibt es in Amerika nämlich nicht.


Sonst gibt es vom heutigen Tagen nicht so gaaanz viel zu Berichten;
der Großteil wurde damit verbracht, einen Besuch zu organisieren.

Obwohl: Wenn ihr euch heute Mittag so etwa zwischen 11.30 und 12.30 in der Coventrianischen Innenstadt aufgehalten hättet, wäre euch wer spannendes begegnet - eine junge Frau, die keuchend und schnaufend die Schräge von Coventry heraufstapft, im Gesicht ein Lachen, in Antwort auf die amüsierten Blicke der Erwachsenen und großen Augen der Kinder und im Arm? Eine Tanne!

Eben diese wunder-wunderschöne Tanne steht jetzt stolz und geduldig in einem Eimer vor unserer Dusche und wartet auf Weihnachten.

Alles, was noch fehlt ist ein Weihnachtsbaumständer....

2013-12-07

Adventskalender 7: Schreiben und Schneeflocken































ich muss zugeben ich konnte dem Tag/Nacht Bild nicht wiederstehen...
Heute war ein entspannter Wochenendstag. Frühes Aufstehen, Frühstück mit Maike bei Playwrights, ein kurzer Büchereibesuch. 
Auf dem nach Hauseweg aus der Stadt gehe ich zum ersten Mal in Holy Trinity Church direkt neben der Kathedrale, eine sehr schöne, sehr alte Kichre -mal was ganz anderes als die Kathedrale. Heute gibt es einen Carol Service (also Weihnachtslieder singen)eine gute Alternative zu Morgen früh für den Gottesdienst aufzustehen.

Zwei Briefen haben es endlichendlichendlich zur Post geschafft (yay Alina und Edda) und ein weiterer ist endlich fertig geworden (yay Melina). 

Ich bemühe mich stetig Dewis und mein Zimmer weiter zu verweihnachtlichen.
Nach einigen Fehlversuchen hat ein etwas hilfloser Anruf bei Mama jetzt auch daür gesorgt, dass ich Schneeflocken an den Fenstern habe, yay! 
Jetzt Abendessen und vielleicht noch ein Film mit Hilary. Gute Nahacht!

2013-10-29

War Memorial Park

Hatte ich mich in meinem letzten Bericht nicht über die fehlende Nähe der Natur beschwert?
Man muss zugeben Coventry hat Parks und davon gar nicht mal so wenige (oder hässliche falls das jetzt hier jemand annehmen wollte..)

Dieser Ausflug liegt schon ein bisschen zurück. Ein Monat und sieben Tage, wenn man da genau sein möchte und war im Grunde der erste "Ausflug" seit meiner Ankunft.
Wenn ich mich richtig erinnere, auch das erste mal, dass ich alleine mit Hilary etwas gemacht habe, was nicht an Dewis oder unsere Arbeit gebunden war.

Es war ein Samstag, der erste, und auch fast einzige, sonnenbeschienen warme seit meiner Landung in England und Hillary und ich beschlossen wir müssten unbedingt aus der Wohnung raus.

Es ging also raus aus der Wohnung, einmal in die falsche Richtung (wer versucht auch schon mit Google Maps irgendwo hinzukommen?), durch einen kleinen Park gerade am Rand des Stadtkerns, der von zwei großen, rennenden Pflanzenfiguren dominiert wird, vorbei am Bahnhof, rauf-rauf-rauf die Straße, vorbei an King Edwards Primary und Secondary School (so hübsch!) und zweimal sehr chaotisch über die Straße (Amerikaner haben (un)glücklicher Weise genauso wenig Ahnung vom Linksverkehr, wie wir Deutsche) ....


...und wir waren da.

War Memorial Park ist epischen Ausmaßes und besteht tatsächlich zu 90 Prozent nur aus Wiese und Bäumen.
Hilary und ich spazierten also los vorebei an dem ebenfalls riesigen War Memorial, neben dessem "hier keine Fahrräder"-Schild ein kleines Kind quietsch-vergnügt auf seinem Dreirad strampelte, machten einen kurzen Zwischen-Stop am Eiswagen und bewegten uns dann gemächlich auf der großen Runde um den Park herum, der groß genug ist, um in seiner Mitte noch bequem einen Golf Platz zu beherbergen.

Jetzt kommt der spaßige Teil. Hillary hat es tatsächlich fertig gebracht ihre Hängematte aus Amerika mitzubringen. Nun muss man wissen, dass es sich hier nicht um ein schweres gewebtes Teil handelt -was ich dachte. 
Stattdessen handelt es sich um eine Campinghängematte, die sich auf die größe einer Brotdose zusammenfalten lässt und es troztdem tatsächlich schafft zwei Erwachsene zu tragen-was ich nicht dachte.

Wir fanden also zwei enzusammenstehende Bäume (schwieriger, als man denkt!) und spannten unsere Hängematte in War Memorial Park.
Von da an war es dann vorbei mit dem Bewegungsdrang und wir schafften es letztendlich den restlichen Tag in der Hängematte zu verbringen; begleitet allein von Schokolade und Bretzeln, einer Ausgabe von Reconciling all Things unserem obligatorischen Buch für September, die wir hin und herreichten und den fröhlichen bis belustigten Zurufen, der vorbeiwanderten Urbevölkerung.
In Coventry residente Engländer sehen wohl nicht jeden Tag eine Amerikanerin und eine Deutsche in einer Hängematte...





2013-10-21

"And We Skated All Day To The Best Song Ever...

... oder: wie mache ich meinen Samstag spannender"


Gibt es eine bessere Metapher für das Leben als Eislaufen?

Wie man am Anfang noch strauchelt und schwankt mit dem Gefühl, dass man es nie lernen wird und dann geht es auf einmal doch? Wie man sich immer sicherer fühlt und man denkt, "es geht!", nur um dann doch zu fallen?
Wenn man lernt, dass alle so ihre eigenen Stärken haben und da das Kind mit dem Pinguin neben dir schneller ist, als du, Eislaufen, vielleicht nicht deine ist? 


Nun ja. Coventry hat also eine Eislaufhalle. 

Er sieht fast genauso aus, wie die in Essen inklusive lauter Musik, Eis-divas und Anfängern, bunten Lichtern und Kindern mit Pinguinen. Meine Knie sind blau und grün, ich habe Blasen an den Füßen und irgendwie definitiv Muskelkater, aber das war es wert.

















































Obwohl die letzte Woche eigentlich sehr entspannt war, -keine Krisen und meine beiden Chefs sind auf einer Konferenz in Deutschland-, war es doch schön, ein entspanntes Wochenende zu haben. 



Nach dem Eislaufen, haben Maike und ich uns zum Essen ausgeführt. Die Eislaufhalle liegt in dem älteren Teil der Stadt, der die Bombardierung überstanden hat. Hier finden sich überraschend viele Friseure, ein Kuscheltierladen und nette kleine Restaurants. Im Grunde etwas zu extravagant für chronisch geldknappe Freiwillige, aber wir konnten am blue einfach nicht vorbeigehen.

















































Eindeutig ein Ort, der noch öfter aufgesucht werden wird - irgendjemand Interesse mich zu besuchen?



Das Wetter gibt sich mittlerweile die größte Mühe, so klischeehaft, wie möglich zu sein und schüttet fröhlich drauf los.



Im Moment funktioniert unsere Heizung allerdings wenigstens, das ist also schon mal etwas. Mit etwas Wärme ist Regenprasseln am Fenster ja erwiesener Maßen ganz gemütlich.




Der Sonntag war gleichermaßen verregnet, wenn auch im Vergleich zu Samstag etwas aktivitäten-leerer. Am Nachmittag wurden die ansässigen Charity-Shops erkundet und am Abend kam der obligatorische Gottesdienst.

Meistens komme ich mit dem religiösen Aspekt meiner Arbeit hier ganz gut klar, aber Cathedral Praise und ich haben uns noch nicht ganz angefreundet.
Ich kann verstehen, dass ein etwas kontemporärer Gottesdienst auf junge (und jungebliebene) Christen anziehend wirkt, aber lauthals christliche Lieder singende Jugendliche, die im Takt mit dem Schlagzeug die himmelwärts gerichteten Arme winken, sind immer noch nicht was ich mir als Freizeitbeschäftigung aussuchen würde...
Der Vorteil ist, es ist der späteste Gottesdienst, den die Kathedrale zu bieten hat (18.30) und nachher gibt es immer nette Leute zum quatschen und Kuchen.


Es geht, aber wenigstens ein Atheist könnte doch drin sein, oder?



Aber es war ein schönes Wochenende, das recht schmerzfrei in den Anfang der Woche überging.



Zum Abschluss noch ein Foto einer der etwas größeren Straßen in Coventry, immer noch regennass von dem Guss, den wir im blue ausgesessen haben.