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2014-03-08

Februar
















































Schon wieder ein Monat rum. Der Frühling steht vor der Tür. Mit dem Frühling kommt auch die Halbzeit. Sechs Monate hier, sechs Monate to go.

Ein Monat für Besuche. Eine Woche London mit Edda, Helena und Sinah. Ein Monat für Ausflüge. Ein Wochenende mit Dora, Maike und Melina voller Musicals. (Ich sag’s ja, ich gebe mein Geld exklusiv für Essen und fürs Theater aus).  Ein Monat für Evaluationen. Waren die Ferien nötig? Oh ja. Macht es mir noch Spaß? Oh ja und wie
.
Der Schal wächst.  Die Wohnung schwankt beständig zwischen saudreckig und quietschend sauber, je nachdem, wann einer von uns einen Putzfimmel bekommt. In letzter Zeit bin das überraschend oft ich (ich kann schon hören, wie sich gewisse Erlern lachend auf dem Fußboden rollen).

Die Auswahlseminare waren vor wenigen Wochen, ich bin mal gespannt wann und ob ich etwas von meiner/m NachfolgerIn höre.


Zwei weitere spannende Ereignisse des Monats: Maikes Geburtstag; wie gut, wenn jemand vorgeht, in das beängstigende Zeitalter der 20er. Und: Besuch aus Hong Kong. Unser Kontakt von unserem einzigen Partner in Asien, kam plötzlich vorbei. Zwar nur für einige Stunde, aber vermutlich trotzdem einer meiner liebsten Besuche, die wir bisher so hatten. 

2014-02-04

I will write peace on your wings...

Bildquelle


...and you wil fly around the world.

das obrige Bild hängt an der Pinwand über meinem Schreibtisch. Es hing dort schon, als ich ankam und ich war mir nie sicher, was es denn nun eigentlich darstellte. Tatsächlich, kannte ich einen Teil der dazugehörigen Geschichte schon länger, zählte aber erst eins und eins zusammen, als ich heute aus Neugier nach Bildern von Sadako Sasakis Statue in Hiroshimas Friedensgarten suchte.

Es gibt viele verschiedene Versionen von Sadakos Geschichte, die, die ich am Dienstag, den 04.02. erzähle ist ungefähr so ähnlich, wie diese hier.
Und als ich meinen Teil beende mit und das erinnert uns daran, dass wir Frieden brauchen, benutze ich das Wort "Friede" bestimmt schon zum fünften mal und ich kann förmlich fühlen, wie sich einige der Kinderaugen schmerzhaft verdrehen.

Und jetzt basteln wir Friedenskraniche -alle mal zusammenrücken!
Plötzlich kommt wieder Bewegung in das Ganze.

Für diesen Teil der Veranstalltung habe ich am Tag zuvor gemeinsam mit Stella fast ein dutzent Friedenskraniche gefalten, die jetzt unser Büro füllen.

Dafür kann ich es jetzt aber auch ohne auf den Zettel zu gucken. Die Mühe hat sich gelohnt. Gemeinsam mit Hilarys und Maddys Hilfe lassen wir einen ganzen Raum voller elfjähriger Friedenskraniche basteln.

Es gibt einiges an Gekicher, noch mehr wie geht das??, aber vor allem viel Begeisterung und am Ende verlassen tatsächlich alle den Raum mit einem mehr oder weniger knittrigem Friedenskranich.

Wir befinden uns in Westwood Academy, einer unserer International Cross of Nail Schools (ICONS), die heute einen Diversity Day haben.

Was das genau ist, ist mir bis Heute noch nicht ganz klar. Fakt ist, dass verschiedene Organisationen eingeladen wurden und die Schüler über den Tag verteilt Workshops machen. Einer davon, über Versöhnungsarbeit. Damit haben Maddy, Hilary und ich den großteil des Tages verbracht. Im "Publikum" sitzend und wenn nötigen Emmas hilfreiche Assistenten spielen.

Emma, die gelernte Lehrerin, schafft es immer wieder neue Gruppen in den Bann zu schlagen mit ihrem Workshop "Reconciliation: Mission Impossible", in welchem sie lückenlos den Bogen schlägt von der Geschichte des Nagelkreuzes, zu der Bedeutung von Versöhnung, zu den Aktivitäten, die die Schule eine Schule, der Versöhnung macht, zu wie unmöglich Versöhnung und Weltfrieden scheint, zu dem Straßenkünstler Dynamo, der unmögliches macht, aber offensichtlich ist es möglich, denn er macht es ja, zu den Eigenschaften von Superhelden, wie wie Superman und Spiderman, zu den Eigenschaften von Helden aus dem "echten" Leben, zu den Eigenschaften, die wir haben, die uns gut darin machen Versöhner und Brückenbauer zu sein.

Und ganz am Ende das Tages war anscheinend noch eine Gruppe übrig, weshalb der Schulleiter im Vorraus anfragte, ob wir nicht noch eine Session machen könnte. Nun und die haben wir dann gemacht.


2014-01-30

Contentment















































You weren't here last time I came rügt Winston verschmitzt in die erfreute Umarmung aus grüner, weicher Jacke mit Baskenmütze hinein. Winston, ist vermutlich unser ältester Guide und ohne Frage 'my favourite'.

Als wir mit der Schulklasse im Nebenraum stehen und die Gruppen für die Tour einteilen, sagt Paul auf die Frage mit wem ich mitgehen soll: mit Winston bekommst du den Telegraph, mit mir nur die Sun worauf ich lachen muss und ihm freundschaftlich einen Ellbogen in die Seite ramme.
Mit Winston gehe ich dann trotzdem mit, denn es stimmt schon, was Winston nicht weiß, weiß vermutlich keiner und außerdem macht es einfach am meisten Spaß.

Am Ende der Tour bringe ich die Gruppe allein zu ihrem Lunchroom zurück und höre, wie die etwa 13-jährigen Mädchen hinter mir hingerissen wispern wasn't he cute? he was SO cute!

Nach der Tour, bei der ich aus 'Fortbildungsgründen' mitgegangen bin und der anschließenden Tea Break mit den Guides, bin ich alleine im Büro. Stella ist auf einer Curriculums-Konferenz. 
Nach dem wir gestern aus 'Fortbildungsgründen' eine etwas verlängerte Mittagspause damit verbracht haben durch die Ausstellungen im Herbert zu wandern, muss ich heute dann doch endlich einmal ernsthaft arbeiten. 

Wie zu jedem Monatsende fiel mir vor kurzem voller Erschrecken ein, dass die Newsletter ja noch geschrieben werden muss.  Begleitet von Bronski Beat und den Resten von Bobs Süßigkeiten mache ich mich an die Arbeit.

In der heutigen Mittagspause diskutiere ich mit Maddy über Geschlechterrollen, die Einstellung der Anglikanischen Kirche zu Frauen und über Rape Culture. Gegen Abend kommt Stella zurück, voller Ideen und Begeisterung, erzählt viel, sagt du hättest mitkommen sollen, das wär' voll cool gewesen und wir spielt die Geschichte der Raupe Nimmersatt mit dem dazugehörigen Plüschtier nach, während ich vorlese.

Auf dem Nachhauseweg stoppe ich für einen Schwatz mit Adrian und komme nach Dewis, um meine beiden erkälteten Mitbewohner zusammen in der Küche anzufinden. Hilary auf den Treppenstufen, Maddy auf dem Fußboden und ich auf dem einsamen Stuhl, der einfach so in der Küche rumsteht.

Unser fast schon traditionelles Nach-der-Arbeit-in-der-Küche-sitzen, geht von da aus nahtlos in das fast genauso traditionelle Wie-war-dein-Tag-hast-du-das-schon-gehört-?-wollen-wir-demnächst-mal-wieder-zusammen-Brettspiele-spielen-? über.

Beim Abendessen unterhalte ich mich mit Hilary über glauben und nicht-glauben und darüber ob es einfacher ist, diesen Internship als Christ, oder als nicht-religiöser Mensch zu machen. Wir spülen ab und schlurfen in unsere Zimmer.

Beim offenen Fenster fällt der gelbe Schein der Lichterketten auf meinen Computerbildschirm. Mein Kopfkissen beschützt meinen Po vor der Kälte des Metallstuhles und ich fühle mich wohl.



2013-12-18

Adventskalender 18: gefrorene Bohnen und Amaretto






























Eine dunkle Gestalt mit großer Kapuze bückt sich gegen den Wind. Das Wasser fließt vom Himmel, während einige Neon-Reklamen versuchen gegen das Dunkel der Nacht anzukommen. Die Gestalt hüpft ungeschickt über eine Pfütze auf den nassen Parkplatz. Schlüsselklingeln. Zu Hause.

Etwas weniger malerisch war mein nach Hause kommen schon. Man könnte auch einfach sagen: nass. kalt. dunkel. windig. Mit Wasser und kalt ist es dann doch noch mal ein Stückchen von Maikes Haus nach hause.


Wer gedacht hat hatten wir das Photo nich schonmal? hat da gar nicht so unrecht. Vor 13 Tagen haben Maike und ich uns schonmal zum Keksebacken getroffen. Für den letzten Abend vor Heiligabend an dem wir uns noch richtig sehen haben wir uns dann noch für Kokosmakronen und Amarettoplätzchen zusammengefunden. Die Kokosmakronen haben zwar nicht so richtig geklappt und die Amarettoplätzchen sind mit Mandelaroma statt Amaretto und immer noch nicht gebacken, aber es hat sich wie immer trotzdem gelohnt.
Besonders der Moment, in dem wir uns gegenüberstanden und gebannt auf die eigenen Fingerspitzen guckten, um zu sehen, ob sie dick werden. (is ne lange Geschichte)

Die Arbeit ging heute ganz gut voran, ich durfte auf der Arbeit heute zum Beispiel mit Essen telefonieren und die Newsletter ist fast fertig. Ich habe doch noch so viele Weihnachtsgeschenke und Karten bekommen, dass ich ein wenig im Stress bin allen auch etwas kleines zu geben...


Die arme Maddy ist heute auf der Treppe ausgerutscht und hat sich den Knöchel geprellt/verstaucht/... Sie wird wohl erstmal abwarten und kann den Fuß auch noch bewegen, aber so toll ist das dann natürlich trotzdem nicht.
Dafür hatten wir eine spannende Unterhaltung über die Situation in Israel/Palästina während sie mit gefrohrenen Bohnen auf dem Knöchel im Bett saß.

2013-12-16

Adventskalender 16: Appraisal































Ich gebe frei zu, dieses Foto hat rein nichts mit diesem Tag zu tun, außer dass es hier gerade dunkel ist und ich da oben so eben aus unserem "Taxi" gestiegen bin.
Heute war mal wieder ein alleine-im-Büro Tag, was dafür aber zumindest heißt, dass ich doch überraschend viel fertig bekommen habe. Wer weiß vielleicht klappt es ja doch noch alles vor Weihnachten fertig zu haben...


Heute war außerdem "Appraisal Day". Appraisal heißt soviel wie Leistungsbeurteilung, oder Begutachtung. Die Idee hinter dem ganzen ist, dass man sich mit seinem Boss über die eigene Leistung unterhält, Ziele für die Zukunft setzt etc.. Das soll jetzt nicht heißen, dass man von seinem Vorgesetzten einen Vortrag bekommt, sondern selber über die eigene Leistung, Rolle und Zufriedenheit reflektiert und dann mit ihnen zusammen überlegt, wie die eigenen Interessen und Fähigkeiten besser eingesetzt und umgesetzt werden können. Oder, so war das jedenfalls bei uns...

Auf meiner To-Do-List für das nächste Jahr steht jetzt unter anderem also continue to make people in the office smile, da eine meiner ausgewählten Stärken nett-sein-zu-Leuten war.
Es war aber auch einfach eine gute Gelegenheit noch einmal über die eigene Arbeit nachzudenken und über Dinge zu reden, die vielleicht nicht ganz so gut laufen mit jemandem, der daran tatsächlich etwas ändern kann, oder klare Ziele setzen, wie man diese Veränderung selber erreichen könnte.

Einer meiner großen Wünsche war also etwa an Langzeitprojekten arbeiten zu dürfen, gerne auch an Themen, die mich besonders interessieren. Es gab da einige interessante Ideen im Raum, ich bin schon sehr gespannt und auch aufs Neue mal wieder von meinem "Beruf" begeistert.

Heute Abend waren wir netterweise mal wieder bei einem Ehepaar der Gemeinde eingeladen, was nett war, aber ordentlich spät. Andererseits muss man zugeben, dass das Essen echt lecker war...


2013-12-12

Adventskalender 12: Jack und der Weihnachtsbaum


image source here



























Glitzer,One Direction, flirtende Frauen, wobei eine davon im Kleid und die andere in hochhackigen Schuhen und shorten Shorts steckt und eigentlich der der männliche Mann der Handlung ist, , Männer in Drag, der Ruf Behind You!, dreckige Witze, zwei Schauspieler im Kuhkostüm, Feen, Kuchenschlachten und Schauspieler, die genau Wissen, wie lächerlich das ganz Unternehem ist -natürlich denkt man da sofort an das Panto von Jack and the Beanstalk.

Oder: "wir" Deutschen vielleicht nicht, aber in England -so durften Hilary und ich vor kurzem lernen- ist das Panto eine langepflegte Tradition.
Ein traditionell zur Weihnachtszeit aufgeführtes Stück mit bekanntem Inhalt und viele der typischen Elemente sind oben aufgezählt (naja bis auf vielleicht One Direction...).

Ich muss zugeben, ich war erst etwas zögerlich überhaupt zukommen, but boy am I glad I did! Es war langlanglanglang, aber ich in der Abendvorstellung noch mit Kindern gefüllt und definitv ein Erlebnis.
Oder wie Hilary auf dem Rückweg sagte: Es ist gut, dass wir gegangen sind. Sowas gibt es in Amerika nämlich nicht.


Sonst gibt es vom heutigen Tagen nicht so gaaanz viel zu Berichten;
der Großteil wurde damit verbracht, einen Besuch zu organisieren.

Obwohl: Wenn ihr euch heute Mittag so etwa zwischen 11.30 und 12.30 in der Coventrianischen Innenstadt aufgehalten hättet, wäre euch wer spannendes begegnet - eine junge Frau, die keuchend und schnaufend die Schräge von Coventry heraufstapft, im Gesicht ein Lachen, in Antwort auf die amüsierten Blicke der Erwachsenen und großen Augen der Kinder und im Arm? Eine Tanne!

Eben diese wunder-wunderschöne Tanne steht jetzt stolz und geduldig in einem Eimer vor unserer Dusche und wartet auf Weihnachten.

Alles, was noch fehlt ist ein Weihnachtsbaumständer....

2013-12-09

Adventskalender 9: Orangen, Rosinen und Kerzen































Der heutige Tag stand eindeutig im Zeichen der Christingles -Was ist ein Christingle? wäre jetzt die logische Frage. Das wurde mir zwar schon mehrfach erklärt, ich musste aber jetzt gerade dann doch nochmal nachgucken. 
Nachdem Rita und ich im Laufe des heutigen Tages mehrfach ausgerufen haben Ach nein, wie merkwürdig! Also so etwas haben wir in Deutschland ja gar nicht!, musste ich jetzt bei meinen Nachforschungen feststellen, dass es sich dabei tatsächlich ursprünglich um eine deutsche Erfindung aus dem Jahre 1747 handelt (so jedenfalls Wikipedia).

Eigentlich ist ein Christingle einfach nur eine Orange umbunden mit einem roten Band, in welche oben eine Kerze und an vier Seiten getrocknete Früchte auf Spießen gesteckt wurden. So weit das Praktische.

Theologisch handelt es sich bei der Orange wohl um die Welt, bei der Kerze um Jesu Licht in der Welt, dem roten Band um Jesu Blut und den Fruchtspießen um die Früchte der Welt und die 4 Jahreszeiten. 

Wofür brauch man Christingles? nun, etwa für einen Christinglegottesdienst, wovon uns in den folgenden zwei Tagen noch drei bevorstehen. In unserem Fall heißt das, dass tausende und abertausende von Schulkindern mit der Schule in die Kathedrale gebracht werden, Lieder singen, Tänze vorführen, Sachen (etwas Bibelstellen) vorlesen und natürlich lernen, was ein Christingle ist. Alle Kindern nehmen nacher eine Orange und eine Kerze mit nach Hause und die erste Reihe darf Christingles in der Hand halten und sogar anzünden. 

Nun, um für die etwa 80 Kinder in der ersten Reihe, welche wir Morgen erwarten auch Christingles zu haben, mussten Heute erst einmal welche hergestellt werden. 

Zwecks Christingle-Herstellung fanden sich also heute einige der Guides, Stella, Emma und die Interns zusammen in einem Raum, umgeben von Orangen, Schaschlik-Spießen, Rosinen und Kerzen. Die fließbandartige Christingle-Herstellung und das Orangen-und-Kerzen-Abzählen wurden nett eingebettet durch einen Soundtrack von Die 50 schlechtesten Christmas-Songs und Diskussionen über Neil Innes, I'm the Urban Spacecowboy und die letzten Kandidaten von X-Factor.


Ich bin mal gespannt, wie es Morgen wird...


2013-12-08

Adventskalender 8: Turkey Lurkey Time















































Eine kurze Unterbrechung des planmäßigen Weihnachtsprogramm um euch eine vorweihnachtliche Tradition zu bringen: Thanksgiving.

Eigentlich war der Plan Thankgsgiving etwas näher am tatsächlichen Thanksgiving zu feiern, aber dann war da das ASF-Seminar und glücklicherweiße konnten wir es um eine Woche verschieben. Der heutige Tag bis heute Abend um 5.00 lässt sich also in einem Satz zusammenfassen; in der Küche stehen. 

Ich krabelle um 11.00 aus dem Bett und mache mich auf den Weg nach Sainsbury's und kaufe soviel wie ich in meinen Korb kriege und tragen kann.
Ich bin für die Herstellung von Salad und Obstsalad verantwortlich und dementsprechend beladen, als ich in Dewis warme Küche und eine Diskussion über Truthäne stolpere. 

Von da an wuseln Hilary, Maddy, Steve und ich zu einem Soundtrack deutscher und englischer Weihnachtslieder in der Küche umeinander herum. Da unsere ansässige Amerikanerin noch nie selber Truthan gemacht hat, wird das von Maddy und Steve übernommen. Hilary schafft es in der Zeit Appelcrust Pie, Corn Bread, Green Beans und Sweet Potato Casserole (für die ich unbedingt noch das Rezept brauche) herzustellen. 
Derweil produziere ich einen rießigen Topf Nudel-Brokoli-Apfel-(vegie-)Käse Salat und stehe während alle anderen ein Pause machen in der Küche und schnippele einen Berg an Obst. Hilary schiebt ihren Kopf zwischendurch einmal durch die Tür um zu gucken wie es mir geht. Sie dachte ich weine in der Küche. Tasächlich höre ich eine Aufzeichnung von Loriot - Live aus dem Palast der Republik.

Für das Dinner selbst dürfen wir das wunderschöne St Michaels House benutzen, dessen frisch belichterten Treppenaufgang man oben sieht.
Die geladenen Gäste sind: Rita, Jenny (Verger hat mit mir Dr Who geguckt), Maike, Robert (weiterer ASF Freiwilliger und Maikes polnischer Mitbewohner), Amy (eine der zwei Bishofs Interns), Maddy, Steve, Hilary und ich.

Wir schafffen es bis 8.00 durchzuessen und zu reden und gelangen irgendwann in den gemütlichen Zustand in dem sich alle ermattet die Bäuche halten und genüsslich im Stuhl zurücklehnen. Es war schön die Zeit zu finden sich mit allen zusammenzusetzen, zu essen und zu reden. 
Außerdem werden wir vermutlich noch für die ganze nächste Woche Nudel-Brokoli-Apfel-(vegie-)Käse Salat und andere Reste haben. 

Morgen kehren wir wieder zur regulären Weihnachtszeit zurück!



2013-11-23

Off we go - into Time and Space!

image source mit 50 random Doctor Who facts
Für die, die es noch nicht wussten: heute war das 50 jährige Jubiläum von Doctor Who, seit dem ersten Broadcast der Serie in 63.

Jeder der mich nur ein bisschen kennt, wird zu bestätigen wissen, Lisa ist der Überzeugung, Doctor Who ist die beste Show, die je erfunden wurde.
Dementsprechend war ich auch äußerst begeistert als ich wusste, dass es für mich nach England geht. Dann gehst du nach England und da gucken aaaaalle alle Doctor Who yay! waren glaube ich so ungefähr meine Gedanken.

Allerdings sind weder meine englische, noch meine amerikanische Mitbewohnerin, trotz all ihrer großen Vorzüge einfach nun mal keine Doctor Who fans...  Maddy kennt es ein bisschen, aber die ist übers Wochenende weg.

Es sah also bald so aus, als würde ich das 50 jährige Anniversary, das erste Mal, dass ich Doctor Who im Fernsehen sehen kann alleine gucken.

Nun wusste ich aber, dass Jenny -Verger in der Kathedrale und wohnt bei uns um die Ecke- großer Doctor Who Fan ist, hatte aber noch nie eine Chance gehabt mich zu "offenbaren". Mit derart trüben Zukunftsplänen wollte ich mich aber dann auch nicht zufrieden geben, erbat mir ihre Handynummer von Hilary und schickte ihr eine äußerst awkward-te SMS und wartete.

Die Antort war Oh das ist super das wär so toll!!! Ich habe keine Lizenz für meinen Fernseher und war schon ganz traurig, dass ich es nicht gucken könnte! Das wäre wirklich toll :-) Wäre es vielleicht okay, wenn ich den Dean auch noch frage, er ist ein großer Fan-? (oder naja so ähnlich jedenfalls).

Die Tatsache, dass nicht nur Jenny sondern auch noch gleich der Dean kommen würden, versetzte Hilary und mich zwar kurzzeitig in Aufräumpanik, dafür waren die beiden dann aber auch angemessen beieindruckt, als sie kamen.


Es war so ein toller Abend! Jenny, der Dean, ich und sogar Hilary ausgerüßtet mit Tee, Schokolade, Keksen und Muffins im Wohnzimmer von Dewis mit Doctor Who. 

Die Episode wurde begleitet mit wissenden Lachern, von Menschen, die die Serie schon lange gucken, teilweise schon von Kindheit an und ironischen Nebenbemerkungen.

Ich glaub ich bin immer noch nicht ganz darüber hinweg, wie toll er war. Nach der Sendung wurde dann noch fleißig diskutiert, wie fandest du das? Lieblingsepisode? Die eine Folge damals wurde vor meinem Büro gedreht! Seid wann guckst du schon? Welcher war dein erster Doctor? Was ist mit deinen Eltern? Deine Kinder?

Es war einfach sehr, sehr toll und so nett. Ich glaube einer der besten Abende, die ich hatte seit ich hier bin; definitiv alles, was man sich so für ein 50 jähriges Jubiläum erhoffen könnte.

Besonders schön ist es dann natürlich, wenn man merkt, wie sehr der Abend auch von den anderen toll gefunden wurde. Etwa, indem er im Sermon des nächsten Tages erwähnt wird (true story, bro)....

oh und für alle, die unbeding wissen wollten, woher der Titel kommt (waren bestimmt voll viele) das ist hier....

2013-11-07

Holidays






























Ein spannender Teil, des Intern Lebens ist eindeutig, dass wir alle aus verschiedenen Kulturen kommen.

Man neigt vielleicht dazu zu denken, England, Amerika, Deutschland sooo groß können die Unterschiede da nicht sein und es gibt sicherlich Länder und Kulturen, zwischen denen es größere Unterschiede gibt.

Aber wenn man erstmal guckt, lässt sich auch hier schon recht viel finden.
Etwa dann, wenn man beginnt kleine, äußerst gewohnte Traditionen und Feiertage zu vergleichen.

Wie kein St Martin? Was kein Nikolaus? (Nun ja der wurde ja auch zum Weihnachtsmann umfunktioniert...)
Wir Interns beschlossen also feierlich, dann eben halt alle Feiertage zu feiern, beginnend mit Halloween.

Ob das jetzt nun von irgendwelchen uralten Traditionen aus Deutschland kam, oder von den Iren, darauf konnte sich letztendlich nicht geeinigt werden (definitiv nicht von den Amerikanern, obwohl naja irgendwie schon).
Feststand, dass wir alle Kürbisse schnitzen wollten.































Es wurden also kurzerhand drei Kürbisse bei Sainsbury's gekauft, um dann an einem gemütlichen Mittwochabend geschlachtet zu werden. Wir finden selten Zeit, wenn wir alle drei Zeit haben einfach nur zusammenzusitzen und zu quatschen. Diese Gelegenheit zu haben war also richtig schön und zwischen quatschelig-glitschigen Kürbis-Innereien wurde angenehm gequatscht, gelacht und sich ausgetauscht.
Nachdem wir alle hochambitionierte Pläne gefasst hatten, ist es dann doch bei allen bei einem einfachen Gesicht geblieben, welches unter höchster Geheimhaltung geschnitzt und dann feierlich präsentiert wurde.

Die Kürbisse wurden auf die Fensterbank gesetzt und mit brennenden Teelichtern bestückt. Es wurden begeisterte Fotos gemacht, um sie dann herumzudrehen, so dass (sehr unwahrscheinliche) Trick-or-Treaters die Gelegenheit bekämen sie zu bewundern.































Der Abend wurde abgeschlossen mit Peanutbutter Keksen und gerösteten Kürbiskernen. Die Kürbisse wurden mit ins Wohnzimmer genommen um auf Hilary's Computer einen Halloweenfilm zu gucken (apparently that's a thing in America, who knew...). Wer sich bilden möchte, es handelt sich dabei um Double, Double, Toil and Trouble und ist -so wurde ich informiert- einer der ersten Filme der Olsen Twins...

Guy Fawks Night haben wir leider etwas übersprungen, wobei es nett war, nachts im Bett das Feuerwerk zu sehen. In unserer Zukunft jedoch liegt definitiv noch Thanks Giving und nicht weniger, als 3 Christmas Dinners!