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2014-03-08

Lass uns über das Wetter reden













Draußen ist es warm. Die Luft schmeckt nach Sonnenstrahlen und warmen Tagen. Einige wenige Hoffnungsvolle tragen kurze Hosen. Eine davon bin ich. Wer hätte gedacht, dass ich die kurzen Hosen, die ich bei meiner Ankunft resigniert nach ganz unten ins Regal gestopft habe, tatsächlich nochmal anziehen kann?

Sonnenstrahlen auf den Armen; wenn einen so etwas in einen Zustand der Ekstase versetzt, merkt man wohl, dass man schon eine Weile in England ist.

Gestern durften wir ausschlafen, obwohl Freitag war, da wir am Abend davor lange in den Abend hinein arbeiten mussten. In meiner Mittagspause saß ich in Lady Herberts Garden auf einer Bank. Die Beine ausgestreckt, halb in der Luft, ausgestattet mit Strick- und Zeichenzeug. Sogar planeten-zerstörende Erdbeeren für 2 Pfund durften neben mir auf der Bank platznehmen.

Diese eine Stunde im Park, umgeben von Krokussen und späten Schneeglöckchen, war vermutlich die beste Mittagspause, der vergangenen 6 Monate.
Es fühlt sich fast ein bisschen an, wie Ferien, oder, wie das Gefühl, was man bekam, wenn plötzlich die letzte Stunde ausfiel.


Frühlingssonne, bleib doch noch ein Weilchen.

Februar
















































Schon wieder ein Monat rum. Der Frühling steht vor der Tür. Mit dem Frühling kommt auch die Halbzeit. Sechs Monate hier, sechs Monate to go.

Ein Monat für Besuche. Eine Woche London mit Edda, Helena und Sinah. Ein Monat für Ausflüge. Ein Wochenende mit Dora, Maike und Melina voller Musicals. (Ich sag’s ja, ich gebe mein Geld exklusiv für Essen und fürs Theater aus).  Ein Monat für Evaluationen. Waren die Ferien nötig? Oh ja. Macht es mir noch Spaß? Oh ja und wie
.
Der Schal wächst.  Die Wohnung schwankt beständig zwischen saudreckig und quietschend sauber, je nachdem, wann einer von uns einen Putzfimmel bekommt. In letzter Zeit bin das überraschend oft ich (ich kann schon hören, wie sich gewisse Erlern lachend auf dem Fußboden rollen).

Die Auswahlseminare waren vor wenigen Wochen, ich bin mal gespannt wann und ob ich etwas von meiner/m NachfolgerIn höre.


Zwei weitere spannende Ereignisse des Monats: Maikes Geburtstag; wie gut, wenn jemand vorgeht, in das beängstigende Zeitalter der 20er. Und: Besuch aus Hong Kong. Unser Kontakt von unserem einzigen Partner in Asien, kam plötzlich vorbei. Zwar nur für einige Stunde, aber vermutlich trotzdem einer meiner liebsten Besuche, die wir bisher so hatten. 

2014-02-04

I will write peace on your wings...

Bildquelle


...and you wil fly around the world.

das obrige Bild hängt an der Pinwand über meinem Schreibtisch. Es hing dort schon, als ich ankam und ich war mir nie sicher, was es denn nun eigentlich darstellte. Tatsächlich, kannte ich einen Teil der dazugehörigen Geschichte schon länger, zählte aber erst eins und eins zusammen, als ich heute aus Neugier nach Bildern von Sadako Sasakis Statue in Hiroshimas Friedensgarten suchte.

Es gibt viele verschiedene Versionen von Sadakos Geschichte, die, die ich am Dienstag, den 04.02. erzähle ist ungefähr so ähnlich, wie diese hier.
Und als ich meinen Teil beende mit und das erinnert uns daran, dass wir Frieden brauchen, benutze ich das Wort "Friede" bestimmt schon zum fünften mal und ich kann förmlich fühlen, wie sich einige der Kinderaugen schmerzhaft verdrehen.

Und jetzt basteln wir Friedenskraniche -alle mal zusammenrücken!
Plötzlich kommt wieder Bewegung in das Ganze.

Für diesen Teil der Veranstalltung habe ich am Tag zuvor gemeinsam mit Stella fast ein dutzent Friedenskraniche gefalten, die jetzt unser Büro füllen.

Dafür kann ich es jetzt aber auch ohne auf den Zettel zu gucken. Die Mühe hat sich gelohnt. Gemeinsam mit Hilarys und Maddys Hilfe lassen wir einen ganzen Raum voller elfjähriger Friedenskraniche basteln.

Es gibt einiges an Gekicher, noch mehr wie geht das??, aber vor allem viel Begeisterung und am Ende verlassen tatsächlich alle den Raum mit einem mehr oder weniger knittrigem Friedenskranich.

Wir befinden uns in Westwood Academy, einer unserer International Cross of Nail Schools (ICONS), die heute einen Diversity Day haben.

Was das genau ist, ist mir bis Heute noch nicht ganz klar. Fakt ist, dass verschiedene Organisationen eingeladen wurden und die Schüler über den Tag verteilt Workshops machen. Einer davon, über Versöhnungsarbeit. Damit haben Maddy, Hilary und ich den großteil des Tages verbracht. Im "Publikum" sitzend und wenn nötigen Emmas hilfreiche Assistenten spielen.

Emma, die gelernte Lehrerin, schafft es immer wieder neue Gruppen in den Bann zu schlagen mit ihrem Workshop "Reconciliation: Mission Impossible", in welchem sie lückenlos den Bogen schlägt von der Geschichte des Nagelkreuzes, zu der Bedeutung von Versöhnung, zu den Aktivitäten, die die Schule eine Schule, der Versöhnung macht, zu wie unmöglich Versöhnung und Weltfrieden scheint, zu dem Straßenkünstler Dynamo, der unmögliches macht, aber offensichtlich ist es möglich, denn er macht es ja, zu den Eigenschaften von Superhelden, wie wie Superman und Spiderman, zu den Eigenschaften von Helden aus dem "echten" Leben, zu den Eigenschaften, die wir haben, die uns gut darin machen Versöhner und Brückenbauer zu sein.

Und ganz am Ende das Tages war anscheinend noch eine Gruppe übrig, weshalb der Schulleiter im Vorraus anfragte, ob wir nicht noch eine Session machen könnte. Nun und die haben wir dann gemacht.